Filme, Flieger und Fossilien

Film. Mit "Schwimmer in der Wüste" begibt sich Kurt Mayer auf die Spuren der historischen Afrika-Expedition des legendären Laszlo Almasy und setzt dem kolonialen Blick beherzt seine subjektive Archäologie entgegen.

Kultur | Michael Loebenstein | aus FALTER 13/01 vom 28.03.2001

Ein "Schwimmer in der Wüste" ist ein Paradox, das immense Trockenheit und sein Gegenteil in ein rätselhaftes Bild zwingt. In Kurt Mayers dokumentarischem Essay gleichen Titels wird es auf vielfältige Weise verhandelt. "Schwimmer in der Wüste" war der Titel eines Reiseberichts des österreichisch-ungarischen Kartographen und Flugpioniers Laszlo Almasy, der Michael Ondaatjes Roman "Der englische Patient" als Inspiration diente und seinerseits die "Höhle der Schwimmer" entdeckte: prähistorische Zeichnungen, die die Wüstenei der Sahara als einst fruchtbares und humides Habitat zeigen. Almasys Expeditionen in die Wüstengebiete Nordafrikas standen im Zeichen technologischer Naturbeherrschung und des kolonialen Hungers nach dem Orient: Die Eroberung des widrigen Terrains erfolgte im Steyr-Auto, die Vermessung der Landschaft aus der erhabenen Perspektive des Fluggeräts. Und die Kinematographie diente dazu, die Überlegenheit des österreichischen Geräts und die exotische Attraktivität


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