Cruising in Hongkong

Film. "The Accident" ist der seltene Glücksfall eines melancholischen und intelligenten Erotikfilms.

Kultur | Michael Loebenstein | aus FALTER 13/01 vom 28.03.2001

Wie schon der Titel verrät, entwickelt "The Accident" (Regie: Julian Lee) seine verschiedenen Erzählstränge rund um einen Unfall - jedoch ohne diesen zu zeigen. Eine Zugspanne bringt den Verkehr nach Hongkong zum Erliegen. Ein triviales Ereignis, dessen Folgen allein zwischenmenschlicher Natur sind: Stellt es doch eine Hand voll Menschen vor entscheidende Fragen nach der Natur und den Konsequenzen ihres amourösen Begehrens: den Fremdenführer Philip, der den Anschluss nach Hongkong und damit seine Verabredung mit Cindy verpasst; Cindy, die in ihrer Verwirrung über Philips Verbleib plan- und handylos in eine lange Nacht stolpert; und den Taxifahrer Liu, dessen unstetes cruisen durch die Stadt den narrativen Rahmen dieses melancholischen Erotikfilms (so was gibt es!) bildet.

Im Laufe einer Nacht werden die Genannten zu der Erkenntnis gelangt sein, dass ihr Sex niemals frei ist, sondern immer gesellschaftlichen oder ökonomischen Abhängigkeiten unterliegt. Philip landet in einem Hotel,


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