Streifenweise

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 13/01 vom 28.03.2001

Jip verkauft Klamotten. Lulu sucht sich immer die falschen Typen aus. Moff handelt mit Dope. Koop legt Platten auf; und seine Freundin Nina spielt mit seiner Eifersucht. Am Wochenende machen die fünf gestressten Freunde die Klubszene von Cardiff unsicher.

Der Film, eine britisch-irische Koproduktion aus 1999, heißt "Human Traffic" und handelt weniger von eine Geschichte als von einem Zustand. Regisseur Justin Kerrigan spricht vom "ersten Ravefilm" überhaupt (und führt amerikanische Independents wie "Clerks" oder "Dazed and Confused" als seine Vorbilder an). Ansonsten gibt sich sein Regiedebüt alle Mühe, wie ein Film under the influence auszusehen: zappelige Kamera, hektische Montage, fantasierte Wachträume, berauschender Soundtrack (Fat Boy Slim, Underworld, Armand Van Helden, Orbital et cetera). Als "Cocktail aus Musik, Klubs, Drogen und Scheiße" angekündigt, hat man am Schluss des Films leider das Gefühl, dass seine ganze (stilistische) Radikalität eher nur eine Behauptung und der Cocktail, wenn man so will, nie halb voll, sondern halb leer war ...

Wenn schon Avantgarde, dann richtig. Unter dem Titel "Kommen Sie wieder!" lädt die Medienwerkstatt zu einem "Abend mit Jan Peters", einem aus Hannover stammenden, für seine Arbeiten mehrfach ausgezeichneten Videokünstler, sowie dem Programm "Moving in Screen" mit Arash, Christine Gaigg und Constantin Wulff ein (7., Neubaugasse 40a, Fr/Sa 20 Uhr). Die aktuelle Ausgabe der Sixpack-Reihe "Home Stories" steht unter dem Motto "Filmen ist die Verlängerung meines Körpers nach außen" und ist dem Werk von Mara Mattuschka gewidmet (Filmcasino, Do 22 Uhr).


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