Standpunkt: Kleine Expertise

Politik | aus FALTER 14/01 vom 04.04.2001

Seit Sonntag wissen wir, wem die FPÖ die Wahlschlappe bei den Wiener Wahlen zu verdanken hat. Erstens: "Den Experten." Die haben die Regierung bei den Unfallrenten "auf den falschen Pfad" geführt. Zweitens: "Den roten Verfassungsrichtern." Die haben eine Woche vor dem Urnengang "durch Indiskretion" die Aufhebung der Pensionsreform und der Ambulanzgebühr publik gemacht und "damit die Wähler verunsichert". - So erklärteder Kärntner Landeshauptmann in der ORF-Diskussionssendung Betrifft die blauen Verluste. Wehleidig lamentierte er dort über die sozialistische Unterwanderung der Ministerien und "die Roten, die ihre Positionen parteipolitisch missbrauchen". Ihnen müsse "endlich das Handwerk" gelegt werden. Seltsam: In all den Oppositionsjahren hatte Jörg Haider doch immer damit geprotzt, wenn er etwas zu sagen hätte, würden endlich Experten zum Zug kommen. Seine Regierungsmannschaftbesteht aber aus lauter parteitreuen Urgesteinen. Die laut Haider nun von den Beamten in der zweiten Reihe hinterhältig aufs Glatteis geführt werden. Frage: Wie wäre es mit einigen eigenen zusätzlichen Beratern für die FPÖ-Minister in den heiklen Ressorts gewesen? Oder gibt es bei der FPÖ gar nur Leute mit dem richtigen Parteibuch - aber ohne Fachwissen? N. W.


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