"Wären ausgeliefert"

Grüne. Parteichef Alexander Van der Bellen über das Nein zu einer Koalition mit der SPÖ in Wien, seinen Machtanspruch und den Wunsch nach mehr Liberalismus bei den Grünen.

Politik | Gerald John und Eva Weissenberger | aus FALTER 14/01 vom 04.04.2001

Alexander Van der Bellen hasst Rituale. Vor allem wenn er selbst daran teilnehmen muss. Erstes Ritual: die fünftägige Budgetsitzung des Nationalrates. Zweites Ritual: sich darüber beschweren. "Es ist doch längst alles ausgemacht", grummelt der grüne Parteichef über den Sitzungsmarathon. Aber das ist eben das Los einer Oppositionspartei - und das bleibt den Grünen im Parlament wie im Rathaus die nächsten Jahre nicht erspart: Christoph Chorherr und seine Wiener Grünen haben das Angebot der Wiener SPÖ zur Regierungsbeteiligung ausgeschlagen.

Falter: Herr Van der Bellen, in zwanzig Jahren sind Sie jenseits der siebzig. Werden Sie dann noch in der Politik sein?

Van der Bellen: Kaum. Da wäre ich schon 77, um genau zu sein. Das ist ein chinesisches Alter.

Dann werden Sie wahrscheinlich nie der erste grüne Vizekanzler werden.

Dieses Vize-Gerede kann ich auf den Tod nicht leiden. Kann sein, dass es sich ergibt. Kann aber auch nicht sein. Und wenn doch, dann ist nicht gesagt, dass ich persönlich


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