Ein Mann der Linken

Fussball und Politik. "Es gibt rechten und linken Fußball" postulierte einst der argentinische Fußball-Intellektuelle Cesar Luis Menotti. Ein neues Buch setzt sich mit den Thesen des linken Menotti auseinander - und beschreibt, warum die Rechten am Spielfeld die Hegemonie errungen haben.

Gerald John | Politik | aus FALTER 14/01 vom 04.04.2001

Der Autor wäscht allen Verdächtigen gleich einmal ordentlich den Kopf: Den "brutalen Neureichen der widerlichsten Sorte", die sich als Präsidenten oder gar Klubeigentümer verdingen; dem "Großteil der Anhängerschaft", der sich "beklemmend billig kaufen lässt"; und den "windschnittigen Kindern des Zeitgeistes" in den Redaktionen der europäischen Massenmedien, die stolz auf "eine gewisse Verblödung und Ignoranz" seien und nicht einmal den Namen "Menotti" fehlerfrei buchstabieren könnten. Trotzdem sollten Fußballkonsumenten den Buchdeckel nicht gleich verstört zuschlagen und sich in den nächsten Champions-League-Abend flüchten. Denn das Lamento zu Beginn weicht glücklicherweise einer präzisen Analyse der Zustände in der Massenkultur Fußball, die selbst dann lesenswert ist, wenn man nicht alles ganz so schwarz sehen möchte wie Autor Harald Irnberger.

Kronzeuge von Irnbergers Abrechnung ist der argentinische Fußballtrainer Cesar Luis Menotti. Berühmt wurde Menotti, als er

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