Fernsehen

Medien | Armin Thurnher | aus FALTER 14/01 vom 04.04.2001

Wenn man Institutionen als etwas definiert, das einfach seit Urzeiten herumsteht, ist er eine. Heinz Prüllers Grand-Prix-Kommentare brachten schon bei unseren Großeltern die Zehennägel zum Aufrollen, und bei Legionen von Lebensabschnittsgefährtinnen hat der aufgeregte Prüller-Ton gemeinsam mit dem insektenhaften Summen der Grand-Prix-Motoren die akustische Grundlage für eine Beziehungskrise gelegt. Dass Prüller durch seine Doppelfunktion als ORF-Goldkehlchen und Kronen-Zeitungs-Reporter der Motorsportnation die hiesige Medienmisere leibhaftig darstellt, hat man schon gegessen, wenngleich es einen ab und zu würgt. Dass er Wahrnehmungsprobleme hat und immer gerade dorthin schaut, wo nichts passiert, nämlich in seinen Zettelkasten, entschuldigen wir damit, dass der ORF halt nur ein kleines Team hat. Aber dass er auch noch parteiisch ist, das geht zu weit. Er sieht nur seinen Schummel-Schumi und er steht nur auf Ferrari. Wenn, wie letztes Wochenende, erst Montoya und dann Coulthard den arroganten Herrn aus Kerpen fahrerisch deklassieren, nimmt Prüller das ostentativ nicht wahr. - Nur zur Erinnerung und weils Ihnen beim ORF offenbar keiner sagt: Herr Heinz, Sie sind nicht Fan. Sondern Kommentator.


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