Frühlings Erwachen

Musik. Nach einer Pause von vier Jahren bringt Nick Cave wieder ein neues Album heraus: Cave, der Ehemann und Papa, ist ganz der Alte, nur anders.

Kultur | Chris Duller | aus FALTER 14/01 vom 04.04.2001

Der singt ja, als hätte er Kreide gefressen", sagt Manfred, der alles von Nick Cave besitzt, aber mit dem jüngsten Album "No More Shall We Part" partout nicht warm werden will. Ob der Mann Recht hat?

Tatsächlich klingt der Opening Track "As I Sat Sadly by Her Side", der seinem Titel alle Ehre macht, so, als hätte Bryan Ferry - der ältere, durch und durch distinguierte Bryan Ferry - eine neue, durch und durch distinguierte Version seiner unsterblichen Roxy-Music-Nummer "In Every Dreamhome a Heartache" aufgenommen und dabei perfiderweise auf den göttlichen Schlussteil verzichtet. Das hört sich trübe an, ist aber immer noch schön.

Und spätestens bei "Halleluja", dem dritten Track, stößt man wieder auf den altbekannten Cave, den Balladen-Cave nämlich, wie man ihn von "The Ship Song" kennt und wie ihn The Singer zuletzt ausgiebigst auf der Platte "The Boatman's Call" zur Schau gestellt hat. Nicht nur des Titels wegen wird man hier an Nick Caves Ahnherrn Leonard Cohen erinnert, und


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