Lauter Emmys?

Theater. Vor genau 20 Jahren wurde das Frauentheater in der Drachengasse eröffnet. Was hat sich für Frauen im Theater in der Zwischenzeit geändert?

Kultur | Petra Rathmanner | aus FALTER 14/01 vom 04.04.2001

Gemma!", schreit eine männliche Stimme im Zuschauerraum. "Kumm jetzt!", befiehlt sie der Frau an ihrer Seite. "Na", protestiert diese, "i bleib." Eine Zuschauerin beugt sich vor und zischelt: "Is der immer so?" Der Mann geht, die Frau bleibt sitzen. Wir schreiben das Jahr 1984, in einer Aufführung des Frauenkabaretts "Lauter Emmis" im Theater Drachengasse herrscht Aufruhr im Parkett. Auf der Bühne lüpft die heutige Volkstheater-Direktorin Emmy Werner munter das Bein und singt und spielt sich die Seele aus dem Leib.

"Lauter Emmis" war der erste Kassenschlager der Drachengasse, das sich von Beginn an explizit als Frauentheater verstand. Das Stück spielte sechs Monate lang vor ausverkauften Rängen. Die historische Anekdote von der Frau, die entgegen dem Willen ihres Mannes bis zum Ende der Aufführung bleibt, gibt Drachengasse-Direktorin Johanna Franz noch heute gern zum Besten. Illustriert sie doch exemplarisch, was das Theater Drachengasse einmal war: eine weibliche Bastion inmitten


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige