Wer bastelt mit?

Theater. Bücher von Thomas Bernhard auf der Bühne: "Wittgensteins Neffe" im Volkstheater, "Alte Meister" im Kasino.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 14/01 vom 04.04.2001

Thomas Bernhard ist ein offenes Buch. Seine Kindheits- und Krankheitsgeschichte hat er in einer fünfteiligen Autobiografie aufgeschrieben; seine Ansichten über Kunst, Politik und Österreich kann man in den Romanen, Theaterstücken und Interviews nachlesen; und der Lebensstil des Schriftstellers ist in zahlreichen gestochen scharfen Schwarz-Weiß-Fotografien dokumentiert.

Im Volkstheater hat man jetzt sogar die Gelegenheit, Thomas Bernhard in seinem Wohnzimmer zu besuchen - und siehe da: Alles ist genau so, wie wir uns das immer vorgestellt haben. Die dicken Wände des oberösterreichischen Bauernhauses sind weiß gekalkt, die Möbel sind antik, der Kleiderschrank ist akkurat angefüllt mit englischen Maßschuhen und Tweedsakkos. Der Meister selbst sitzt in einem - allerdings etwas protzigen - Hausmantel im Ohrensessel und redet ununterbrochen, während eine auf impertinente Weise stumme Haushälterin um ihn herum wuselt.

Das Stück, das im Volkstheater gespielt wird, heißt "Wittgensteins


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige