Grüße an Charles Manson

Kunst. "Heftchen-Zeichner" Raymond Pettibon entwirft Punk-Versionen des Film noir und hat in der MAK-Galerie ein zwanzig Meter langes Wandgemälde gestaltet.


Matthias Dusini
Kultur | aus FALTER 14/01 vom 04.04.2001

Als wortkargen Slacker hat man sich den 1957 geborenen Künstler Raymond Pettibon vorzustellen, dem im Gespräch über sein mittlerweile 6000 Zeichnungen umfassendes Werk kaum eine Auskunft zu entlocken ist. Dabei hätte er einiges zu erzählen, besteht sein intellektueller Background doch aus klassischer Literatur und Theorie ebenso wie aus den Text- und Bilduniversen amerikanischer Populärkultur.

Pettibons Aufstieg zum Star des Kunstbetriebs machts möglich: Anlässlich einer Retrospektive im Philadelphia Museum of Art 1998 wurde den literarischen Verweisen nachgegangen. Akribisch werden in "Raymond Pettibon. A Reader" die in die comicartigen Zeichnungen montierten Textverweise aufgelistet: Von Georg Trakl bis Charles Manson, von Walter Benjamin bis Mickey Spillane reicht Pettibons Zitatenschatz.

Nicht minder hintergründig nimmt sich die Palette seiner visuellen Allusionen aus. Dies belegt ein unlängst erschienener Sammelband mit Reprints der ab 1978 produzierten Zeichenheftchen: Der

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