"La Scheiße vita!"

Strassenmusikanten. Es klimpert, dudelt, geigt und fiedelt wieder auf den Straßen und Plätzen der Stadt: Durch bürokratische Engstirnigkeit und rigide Verbote ist hierorts allerdings nur mehr ein kümmerlicher Rest an vitaler Straßenmusik zu erleben.

Stadtleben | Wolfgang Paterno | aus FALTER 14/01 vom 04.04.2001

Wien ist einfach wunderbar. Und das kommt daher:Angenommen, man befindet sich in der eher abseitigen Wallensteinstraße oder auf dem nicht gerade zentralen Hannovermarkt - man ist also gerade im 20. Bezirk zugange und fühlt ein Lied mächtig in seiner Brust anschwellen. Dann darf man ungestraft seiner Sangeslust lautstark Luft machen. Dahin gestellt sei, ob das Trällern an musikalischer Qualität gewinnt, wenn man trotz der überfallsartigen Sangeseinlage kühl eine behördliche Anordnung im Hinterkopf behält: nämlich die Straßenkunstverordnung aus dem Jahr 1998, § 5 Abs. 3 des Wiener Veranstaltungsgesetzes, LGBl. für Wien Nr. 12/1971, in der Fassung LGBl. für Wien Nr. 6/1996. Die Unterpunkte 29 und 32 erlauben dem Sänger solches Tun, ohne dass er mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Nicht nur in den Randlagen des Außenbezirks kann man jederzeit ein Lied schmettern, "verbale Vorträge und Vorlesungen" halten, porträtzeichnerisch tätig werden oder "Schattenspiele ohne bühnenmäßige


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