Das Wörtchen "noch"

Seinesgleichen geschieht. Wenn das Wörtchen "noch" nicht wär, wäre das Leben halb so schwer! Die Justiz beurteilt den Falter.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 15/01 vom 11.04.2001

Schon zum zweiten Mal prangt direkt unter diesem Kommentar ein nicht eben formschönes Kästchen, in dem ein Politiker der FPÖ mit Hilfe der Republik das Publikum darüber in Kenntnis setzt, dass ihn der Falter in seinem Recht auf die Unschuldsvermutung verletzt habe. War es letzte Woche der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider, ist es diesmal der niederösterreichische Landtagsabgeordnete Ewald Stadler. Justizminister Böhmdorfer wird folgen; er hat uns ebenfalls klagen lassen. Sie alle stoßen sich an einer Formulierung, welche Kollege Klenk in einem Kommentar zur Spitzelaffäre gebrauchte. Er stellte fest, die Verwicklung der genannten Personen in die Spitzelaffäre sei nicht erwiesen.

Zugleich wies er nach, dass Böhmdorfer in Vertretung von Haider und Stadler geheime Spitzelakten bei Gericht vorlegte. Klenk schrieb (ich zitiere aus dem Urteil des Oberlandesgerichts): "Es kann - noch - nicht bewiesen werden, dass Haider, Stadler, Böhmdorfer & Co Beamte im konkreten Fall angestiftet


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige