Hauptsache, laut!

Causa Fabel. Eine angriffige Opposition ist wichtig. Aber muss sie sich deswegen unbedingt wie einst die FPÖ aufführen?

Vorwort | Gerald John | aus FALTER 15/01 vom 11.04.2001

Ute Fabel ist eine leichte Beute. Schon der Name regt zu halblustigen Wortspielchen an. Noch dazu hat sie ordentlich Mist gebaut. Fabel, die für ein kolportiertes Salär von 200.000 Schillingen als Kabinettschefin von FPÖ-Sozialminister Herbert Haupt gearbeitet hat, schmückte sich mit dem akademischen Titel einer "Magistra", obwohl ihr noch Prüfungen zum Abschluss ihres Jusstudiums fehlen. Alles spricht dafür, dass Haupt von seiner Angestellten getäuscht wurde. Beweise, die das Gegenteil belegen, gibt es bis dato nicht. "Ich habe nie hinterfragt, ob sie Akademikerin ist. Dieser Fehler ist mir mit Sicherheit anzulasten", gibt sich Haupt für einen Politiker unüblich zerknirscht. Fabel hat inzwischen gekündigt, der Minister die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die sitzt der falschen Magistra auch noch wegen eines möglichen Finanzvergehens im Nacken. Ein Fall für die Justiz. Peinlich für die krisengeschüttelte FPÖ, politisch jedoch relativ belanglos.

Dennoch zettelte die Opposition


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