Stay East?

EU-Erweiterung. "Beitritt nur für jene, die unser Lohnniveau erreichen!", ruft der ÖGB. "Sieben Jahre keine Arbeiter aus dem Osten!", will der Kanzler. Panikmache? Oder berechtigte Sorge? Was wird die Osterweiterung dem Arbeitsmarkt tatsächlich bringen?

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 15/01 vom 11.04.2001

Auf eine Frage erntet Erhard Busek meist "nur betretenes Schweigen". Begleitet "von einem blöden Grinsen". Diese Reaktion bekommt der Regierungsbeauftragte für die EU-Osterweiterung immer dann, wenn er an die Ehrlichkeit seiner erweiterungsphoben Gesprächspartner appelliert: "Jetzt einmal unter uns, haben Sie noch nie für ein paar Stunden Pfuscher aus dem Osten beschäftigt?" Keine Antwort. Dafür dieses "blöde Grinsen".

Freitagnachmittag, in Petrzalka, einer Satellitenstadt vor Pressburg, die die Kommunisten in den Sechzigerjahren aus dem Boden gestampft haben: Victoria Szabova schiebt gelangweilt einen Kinderwagen die heruntergekommenen Wohnsilos entlang. Im Gegensatz zu vielen Kurzzeit-Arbeitgebern in Österreich hat die 21-jährige Studentin keine Probleme, darüber zu sprechen, was "viele ihrer Bekannten" längst "zwei- bis dreimal die Woche drüben" machen: "schmutzige Arbeit". Die Wohnungen fremder Leute putzen, deren Nachwuchs hüten oder am Bau pfuschen bringt hundert Schilling


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