Kunst + Kapital = cool

Kunstszene London. Unter dem Schlagwort "Creative Industries" dient sich die britische Kunstszene der Kulturindustrie an - nicht unbedingt zum Vorteil der Kunst, wie der Londoner Kritiker Anthony Davies meint.

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 15/01 vom 11.04.2001

London hat eine neue Brücke. Sie ist keine mächtige Verkehrsschleuse, sondern ein filigraner Fußgängersteg mit Holzbelag. Die "Millennium Bridge" verbindet die Tate Modern Galerie, Londons neues Wahrzeichen an der Themse, mit dem Finanzdistrikt. Für den Londoner Kunstkritiker und Kurator Anthony Davies symbolisiert die von Norman Fosters Architekturbüro geplante (und mittlerweile bereits gesperrte) Brücke, die im Zuge der Feierlichkeiten zur Jahrtausendwende errichtet wurde, die neue Allianz zwischen Kunst und Kapital. Er nennt den Steg eine "Nabelschnur aus Gold".

"Die Gegenwartskunst ist weit davon entfernt, ein autonomer Bereich zu sein", sagt Anthony Davies, der kürzlich in Wien einen Vortrag über den Strukturwandel des britischen Kulturbetriebs hielt, im Gespräch mit dem Falter. "Die Kunst ist in die creative industries integriert, die einen neuen Typus von Unternehmertum hervorbringen, aber auch einen neuen Typus von Künstler, der immer mehr zum Unternehmer wird." Davies,


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