"Jeden Tag im Büro"

Musik. Der bibelfeste australische Singer/Songwriter Nick Cave lässt nach vier Jahren Pause wieder von sich hören. Ein Gespräch über das neue Album "No More Shall We Part", über böse Nachbarn und den Einfluss von Wien auf seine Arbeit.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 15/01 vom 11.04.2001

Nick Cave ist beinahe pünktlich zum Interviewtermin erschienen. Er ist höflich, glatt rasiert, frisch gekämmt - und sein Teint zeigt sogar Anzeichen von Durchblutung. Sogar eine säuberlich geknotete Krawatte trägt der 43-jährige, erschreckend gesund aussehende Cave um den dürren Hals. Wäre jene nicht so schwarz wie sein Haar, die zivile Tarnung dieses Meisters der elegischen bis zornigen Vertonung des Konflikts zwischen Liebe, Mord, Schuld, Sühne und Vergeltung wäre perfekt. So sieht er aus wie ein Totengräber auf Mittagspause. Vier Jahre nach dem Vorgänger "The Boatman's Call" ist letzte Woche Nick Caves elftes Studioalbum in Begleitung seiner langjährigen Hausband The Bad Seeds erschienen. In der Zwischenzeit war er mit reduzierter Besetzung auf Tournee gegangen, hatte er sich in sein Bibelstudium vertieft und Schülern der Schule für Dichtung in Wien das Songschreiben beigebracht.

Im Verlauf des Gesprächs verweist der in London wohnhafte Exilaustralier immer wieder auf


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