Und wer schützt mich?

Seinesgleichen geschieht. Über den Entwurf des neuen ORF-Gesetzes, ein Werk weiser Beratungskunst und edler Politik.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 16/01 vom 18.04.2001

Unter einem Weisen verstand man in der Antike einen vernünftigen, abgeklärten Mann. Über den Weisen in der Politik herrschten damals verschiedene Ansichten; die Epikuräer fanden, der Weise solle sich raushalten, denn alles Übel käme nur vom Ehrgeiz derer, die sich einmischen. Die Stoiker wieder behaupteten mit einem ihrer berühmten Paradoxa, nur die Weisen seien Könige, sie herrschten, weil sie eben nicht herrschten.

Ein wichtiges Ziel der Politik bestand übrigens darin, die so genannte asphaleia zu gewährleisten, den Schutz nach außen und nach innen. Außen fürchtete der Bürger der antiken polis Räuber und wilde Tiere, Krieger rivalisierender Städte und Heere von Barbaren. Im Inneren aber brauchte er Schutz vor Menschen, die den Frieden des Gemeinwesens bedrohten, weil sie nur von Eigennutz und Geldgier motiviert waren.

Der moderne Medienunternehmer wäre also in der Antike ohne weiteres einem Raubtier gleichgesetzt worden. Heute hingegen gilt seine Verhaltensweise tatsächlich


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