Sonnenschein in Gefahr

Ausland. Führt die Politik der amerikanischen Hardliner in Asien zur Entspannung oder zur Krise?


Raimund Löw
Vorwort | aus FALTER 16/01 vom 18.04.2001

Der Touristenshop führt Stacheldraht im Sonderangebot: um 8000 Won, umgerechnet 100 Schilling, ist das sorgfältig verpackte Souvenir zu erwerben. Ein stolzer Preis, wenn man bedenkt, dass Zweifach-, Dreifachverhaue über viele Kilometer die Autobahn säumen. Angeblich erschwert das Saboteuren und Spionen das Leben. Die Touristen kommen in Bussen aus dem ganzen Land, aus Japan und China: der Blick über den graubraunen Fluss mit seinen Wachtürmen ins Feindesland macht sie erwartungsgemäß schaudern. Durch den Nebel dringen dunkle Töne aus dem Norden, mit ähnlicher Phonstärke wie von den gigantischen Lautsprechern wenige hundert Meter vom Aussichtsturm entfernt. Bei genauerem Hinhören stellt sich allerdings heraus, dass der Krieg der Lautsprecher inzwischen nicht mehr mittels politischer Hasstiraden geführt wird, sondern über Volksmusik und Hitparaden. Koreanischer Pop im Kampf der politischen Systeme.

Was wie eine touristisch aufgemotzte Zeitreise zum Eisernen Vorhang von einst

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