Habersack und die Taliban

Asyl. Zwei Jahre nach dem Tod Omofumas hat sich im zynischen Umgang der Republik Österreich mit Flüchtlingen nur wenig geändert. Skandalöse Fälle illustrieren, wie Behörden und Jugendämter durch Schlamperei und Zynismus die Rechte vor allem minderjähriger Flüchtlinge verletzten.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 16/01 vom 18.04.2001

Ab 15. Mai wird es für den 17-jährigen Ali Hosseini lebensgefährlich. Dann ist die Fremdenpolizei verpflichtet, einen Bescheid des Bundesasylamtes Eisenstadt zu vollstrecken: "Ihre Abschiebung nach Afghanistan ist zulässig", hatte das dem Innenministerium unterstehende Amt beschieden und eine Abschiebung ins Reich der Taliban-Milizen verfügt: "Betreffend Ihres (Asyl-)Vorbringens ist festzuhalten, dass Ihnen das Bundesasylamt eine allenfalls subjektiv empfundene Furcht, die Sie in Ihrem Heimatland gehabt haben, nicht absprechen will." Doch leider "wurde ihre Furcht nicht wohlbegründet". Der Beamte will nicht glauben, dass der Flüchtling tatsächlich flüchten konnte: "Ihre Flucht hätte von den Taliban nicht sehr lange unentdeckt bleiben dürfen. Bei einer Suche hätte man Sie bestimmt bei den Bäumen, wo Sie sich versteckt gehabt haben, auffinden müssen", ist sich der Beamte sicher.

Ali Hosseini gehört der Volksgruppe der Hazara an. Das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR hält


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige