Presseschau

Medien | Gerald John | aus FALTER 16/01 vom 18.04.2001

Es gibt Tage, da kennt Hans Dichand mit seinem Publikum kein Pardon: Am Karfreitag etwa bleiben beim Lesen der Kronen Zeitung die Hosentürln geschlossen. Basta. Wo sonst eine Nackte posiert, tragen weiß verhüllte Frauen - so viel ist erlaubt - ein großes Holzkreuz. Auch im Inseratenteil hat die heilige Zensur zugeschlagen. "Wildkatze" darf sich keinen "sexhungrigen Kater" suchen, "Sexlehrerin Gabi, 29" ihre "Gratisausbildung" nicht anbieten. Und auch der "obszöne Lauschangriff" ist abgeblasen. Doch halt: Die Augen des Sittenwächters werden müde. Wiekonnte es passieren, dass - verschämt in der Rubrik "Diverses Personal" versteckt - Kleinanzeigen wie jene einer gewissen "69er Agentur" ins Blatt gerutscht sind? Die Puffs sollen an diesem Tag der Besinnlichkeit doch geschlossen bleiben, denn zu Ostern, titelt das Schwesternblatt UExpress, "hat die Beichte Hochsaison". Selbst Ariane, die sich im Gratisblatt sonst täglich textilfrei "in allen Lebenslagen" zeigt, präsentiert sich ungewöhnlich zugeknöpft. Dabei: Ariane, ein Beichtstuhl - da wäre doch Musik drin. Aber wir wollen nicht ketzerisch werden.


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