Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 16/01 vom 18.04.2001

Manchmal lernt man eine Serie erst dann so richtig zu schätzen, wenn sie vorbei ist. Der "Kaisermühlen-Blues" ist so ein Fall. Angesichts neuer ORF-Serien-Geniestreiche wie "Dolce Vita" (öd, unlustig, unnötig) schauen die derzeit laufenden Wiederholungen der Prolo-Saga plötzlich witzig, ja teilweise originell aus. Wenn die unterbelichteten, aber sympathischen Bezirksräte Gneisser und Schoitl auf dem Kaisermühlner Polizeisteg wieder einmal Pläne über ihre politische Zukunft machen (in dieser Folge: Gneisser glaubt, dass er Bezirksvorsteher wird, und will den politischen Gegner Schoitl zu seinem Stellvertreter machen), ist das einfach komisch und irgendwie realer als "Taxi Orange". Und dass am Schluss die beiden Loser wieder blöd dastehen, weil der amtierende Bezirksvorsteher gar keine Lust hat, seinen Job gegen einen Posten in Brüssel einzutauschen, ist einfach eine gute Pointe. Figuren wie Gitti Schimek, ihrem braven Polizisten Trautmann oder dem dämlichen Schimek-Sohn Gustl schaut man gerne beim Leben zu. Das Interesse vergeht nach dem Blues aber schnell. Bei Ciro de Luca, der aktuellen Niederlage der ORF-Comedy, bin ich einfach eingeschlafen.


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