Kommentar: Documenta-Plattform: Adressat verzogen

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 16/01 vom 18.04.2001

Am dritten Symposiumstag der Documenta-Plattform in der Säulenhalle der Akademie am Schillerplatz war es so weit: Der Wiener Philosoph Oliver Marchart, der eine Gesprächsrunde zum Thema Demokratie, Justiz, Minderheiten und Menschenrechte moderierte, konnte es sich nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, dass das Thema möglicherweise etwas mit Kunst zu tun haben könnte. Doch Documenta-Chef Okwui Enwezor pfiff ihn zurück: Das Reden über Kunst sei hier nicht erwünscht. Auch in den Publikumsmeldungen war das Bedürfnis unüberhörbar, endlich mal zur eigentlichen Documenta-Sache, der Kunst, zu kommen. Enwezor aber blieb hart: Die Kunst muss auf die Eröffnung der Documenta 2002 in Kassel warten.

Da die Documenta die wichtigste Kunstveranstaltung der Welt ist, erhebt Enwezor mit den in verschiedenen Städten stattfindenden "Plattformen" das Genre Symposium gleichsam zur Königsdisziplin. Vor 15 Jahren trat das Modewort "Diskurs" seinen Marsch durch die Kunstinstitutionen an, damals allerdings


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige