Schmerz im Bild

Film. Bei der Matinee "Art Brut" vermitteln sechs Kurzfilme ein eindringliches Gefühl für Extremzustände.

Kultur | Drehli Robnik | aus FALTER 16/01 vom 18.04.2001

Schön ist das, wenn ein Programm nicht nach Autorennamen oder Herkunftsländern zusammengestellt wird, sondern nach Themenbegriffen. Das ermöglicht unerwartete Konstellationen zwischen den Filmen, die dazu einladen, sich was zu denken. Zumal wenn die Begriffe so abstrakt sind wie bei dieser vom Verein Synema, Wieser + Wieser und dem Filmcasino kompilierten Reihe von Matineen, die Kurzfilme zu Themen wie "Wiederholung", "Bewegung" oder, wie diesmal, "Art Brut" versammeln.

Was in diesem Begriff angelegt ist, wird der Psychoanalytiker August Ruhs (der sich oft mit Kunst und bisweilen auch mit Filmen von Cronenberg befasst) wohl in seiner Einführung zum Programm ausloten. Zumeist wird "Art Brut" mit "zustandsgebundener Kunst", den Kreationen von Geisteskranken, gleichgesetzt. "Zustandsgebunden" trifft die Filmauswahl gut. Wobei es da weniger um die Zustände schöpferischer Personen geht als um jene, die das Bild und unser Bild-Empfinden heimsuchen. Film im Affekt - etwa Stephen Johnsons


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