Soziales Plastik

Design. Das Hofmobiliendepot zeigt einen Überblick über das Werk des dänischen Designers Verner Panton. Das eigentliche Panton-Museum befindet sich im Keller einer Wiener Villa und ist leider nicht öffentlich zugänglich.

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 16/01 vom 18.04.2001

Verner Pantons 1967 in Serie gegangener Freischwinger-Stuhl gilt als Ikone des Sechzigerjahre-Designs; es ist der erste aus einem Stück gefertigte Vollkunststoff-Stuhl der Möbelgeschichte. Schon damals war Panton, der zwanzig Jahre vorher im Büro von Arne Jacobsen an der Entwicklung des legendären "Ameisen-Stuhls" beteiligt war und 1961 Möbel aus aufblasbarer Kunststofffolie entwickelt hatte, ein populärer Anachronismus: Für die fortschrittskritische, ökologieorientierte Designtheorie war jemand, der Erdöl zum Grundstoff seiner Produkte machte, nicht gerade auf der Höhe der Zeit. In den Achtzigerjahren geriet der 1998 verstorbene Designer in Vergessenheit - zeitgleich mit Disco und Kunstfaserrolli. Erst Mitte der Neunziger, als sich Supermodel Kate Moss auf einem Vogue-Cover über den "Panton-Chair" lehnte, war es wieder so weit: Panton hatte den Zyklus des Vergessens überstanden und avancierte dank Lifestyle-Publizistik und Antiquitätenhandel zum Klassiker.

Ein 250 Quadratmeter


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