Stadtrand: Geld her!

Stadtleben | aus FALTER 16/01 vom 18.04.2001

Hm, schwieriges Thema: schnorren. Beispiel Westbahnhof. Eins, zwei, drei, vier, fünf Schnorrer bei der Arbeit, den lieben langen Tag. Weder ich noch sie haben damit ein Problem, sie am allerwenigsten. Manchmal lüg ich ("kein Kleingeld!") und hoffe, dass in den Hosensäcken nichts klimpert, manchmal mach ich einen extra weitschweifigen Bogen, dann rück ich wieder einmal Kleingeld heraus.

Ab und zu eine extra schlaue Lüge: Tut mir Leid, heute schon alles angebracht, nächstes Mal wieder. Ich bekomm dann meist sogar noch einen schönen Tag gewünscht und schleich mich irgendwie beschämt davon. Und manchmal wird einfach zurückgebellt. Na, ka Geld! Basta.

Also: Alles geht seinen ganz normalen Gang. Sie schnorren sich durch, ich schwindle mich mehr schlecht als recht durch. Unlängst, beim Warten am Westbahnhof, längst abkassiert (auf die Dauer ist Lügen zwecklos). Andere Leute beobachtet. Und nach einiger Zeit, von Minute zu Minute verblüffter, mich nur noch auf die ganz Jungen konzentriert.Zwei von drei, alle schick und langweilig proper, schnauzen doch tatsächlich, werden sie angeschnorrt, zurück: "Geh oarbeiten, faules Pack!" Aber hallo! Schwieriges Thema, schnorren? Hm, haareraufendes Thema: manche ganz jungen Schnösel. Wo.P.


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