Schachtelhausen

Container. Nicht jeder, der in einer Stahlschachtel sitzt, ist ein Fernsehstar. In den Containern der Stadt wird gearbeitet, Kunst präsentiert, provoziert und gefeiert. Oder auf die Abschiebung gewartet.

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 16/01 vom 18.04.2001

Das Orange-Blau der frisch gestrichenen Fassade knallt einem schon von weitem entgegen. Penetrant und signalhaft. Damit jetzt auch der letzte Wiener, der bisher ahnungslos war, weiß: Der Hietzinger Kutscherhof, Österreichs "Taxi Orange"-Container, wird wieder mit neuen fernsehtauglichen Taxlern befüllt. Die bekommen ein Wohnzimmer mit hellblauen Wänden und orangem Teppich, neue Möbel, psychedelische Sechzigerjahre-Farben im Schlafzimmer. Nicht zu vergessen die Hollywoodschaukel im Hof. Ein Container wie aus dem Möbelhaus-Katalog. Eine schicke Schachtel für schicke junge Menschen auf dem Weg zum Fernsehstar.

Nicht jeder, der in einer Stahlschachtel sitzt, ist ein Fernsehstar. In der Welt von Walter Steinbacher sehen Container anders aus. Außen Wellblech, innen braune Spannplatten, karge Waschräume mit schlammverschmiertem Boden, angeräumte Magazine. "Die Container sind systematisch geordnet", erklärt der Baupolier, während er auf der Baustelle im Museumsquartier vor der Container-Burg


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige