Blaue Wunder

Seinesgleichen geschieht. Kleiner Exkurs über die Ästhetik der Haideristen, die uns stets aufs Neue zu überraschen vermag.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 17/01 vom 25.04.2001

Ein schöner Sonntag, man sitzt beim Frühstück, draußen nieselt es, Temperatur unerfreulich, was bleibt einem, als den Fernseher einzuschalten. Es erscheint der junge Finanzminister Grasser, eine hochgewachsene Erscheinung, welche offenbar in dieser Welt nicht ungern noch ein bisschen etwas werden möchte. Wetten, sagt meine Freundin zu mir, er wird uns gleich einen wunderschönen guten Morgen wünschen? Und siehe, ehe ich die Kaffeetasse zu meinen Lippen gehoben hatte, wünschte Grasser "einen wunderschönen Sonntag, auch Ihnen zu Hause".

Nun ja. Wenn er bei Frau Thurnher auftritt, wünscht er ihr und uns einen wunderschönen guten Abend, zu Mittag bei Herrn Heinke habe ich ihn noch nie gesehen, aber ich bin sicher, ja ich weiß, er wünscht uns dort nur das Wunderschönste. Seiner Lebensgefährtin wünscht er wahrscheinlich täglich einen wunderschönen Tag und wenn einer von uns je mit ihm sprechen wird können, was er dem Falter zwar seit Jahr und Tag zusagt, aber irgendwie immer


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