Abschied von Papa Staat

Buchmarkt. Die Privatisierung des Österreichischen Bundesverlages (ÖBV) kann nur von Vorteil sein.

Vorwort | Fritz Panzer | aus FALTER 17/01 vom 25.04.2001

Das Selbstverständnis und das Image von Verlegern in Österreich - nicht nur in Österreich, aber hier ganz besonders - ist geprägt vom Bild des uneigennützigen Kulturmenschen, der gezwungen ist, sich auch mit schnöden wirtschaftlichen Belangen auseinander zu setzen. Öffentliche Statements sind dafür Indiz: "Rechnen ist meine schwache Seite" oder "Ich bin keine personifizierte herumhechelnde Deckungsbeitragsrechnung" sind Statements österreichischer Verleger, deren Hauptaufgabe es wäre, für die Bücher ihrer Autorinnen und Autoren Leser und damit Käufer und einen Markt zu finden. Verlage werden von der Öffentlichkeit oft weniger als Unternehmen betrachtet denn als eine Art von Kulturbetrieb, dem Förderung und Unterstützung zusteht und der sich um den Markt nur bedingt kümmern muss.

Das Schreckgespenst der Privatisierung hat nun die Buchbranche erreicht. Der Staat will die größte (Buch-)Verlagsgruppe des Landes, den Österreichischen Bundesverlag (ÖBV), verkaufen. Der ÖBV


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