Vier im roten Kreis

Stadtregierung. Eine "weltoffene" Stadtregierung soll "behutsam" mit der absoluten SPÖ-Mehrheit umgehen, versprach Bürgermeister Michael Häupl. Doch beim Auftakt gab es bereits den ersten Misston.

Politik | Gerald John, Eva Weissenberger und Nina Weissensteiner | aus FALTER 17/01 vom 25.04.2001

In sozialistischen Regimen der dogmatischeren Art war es ein ungeschriebenes Gesetz, dass nichts und niemand die Großartigkeit des Parteivorsitzenden übertreffen durfte. Das begann bei den Fotos. Der kleingewachsene Stalin erlaubte keinem Genossen, ihn auf einer Abbildung zu überragen. Wenn es nach dieser Symbolik geht, dann hat die Wiener SPÖ bei der Präsentation der neuen Stadtregierung vergangenen Freitag bewiesen, dass sie eine moderne Partei ist. Sieben der acht Stadträte halten zwar erstaunlich exakt die Scheitelhöhe des Bürgermeisters, doch am Bildrand blickt eine Bohnenstange auf alle herab: der zwei Meter große Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny.

Trotz dieser Optik war die Präsentation getrübt. Denn bei der Sitzung des erweiterten SPÖ-Landesparteivorstandes, Freitag früh, tauchten nicht nur die neuen Regierungsmitglieder auf, sondern auch eine Dame in Schwarz, die sich den verblüfften Delegierten mit einem knappen Satz vorstellte: "Hallo, ich bin Susanne Brandsteidl,


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