Justitia, die Internet-Bremse

Recht im Netz. Juristen sind das Schlimmste, was dem Internet je passieren konnte, meint der deutsche Jurist Thomas Hoeren. Über das Schachspiel zwischen Recht, Wirtschaft und Technik.

Medien | Markus Zwettler | aus FALTER 17/01 vom 25.04.2001

Bauerntod, schleichend. Eigentlich eine seltene Partie. Die schwarzen Bauern rücken im Laufe des Spieles so weit vor, dass sie dem Gegner keine Chance mehr bieten, sinnvoll zu ziehen. Schwarz verurteilt Weiß zum Tod durch Ersticken.

Für den deutschen Juristen Thomas Hoeren, der in Münster Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht lehrt, ist das Bauernspiel ein mögliches Szenario für den E-Commerce. In Wien hielt er einen Vortrag über "Internet und Recht". Im Falter-Gespräch macht sich Hoeren über die Unfähigkeit der Rechtsprechung lustig, mit der neuen Wirtschaftswelt im Internet adäquat umzugehen.

Die Versicherungswirtschaft zum Beispiel eröffnete die Partie relativ konservativ mit D2 D4. Der Server einer Versicherung bot über deren Portal Versicherungsverträge elektronisch an. Der Einfachheit halber. Justitia konterte und schob einen schwarzen Bauern nach vor: Verträge in der Versicherungsbranche verlangen zwingend die Schriftform.

Die Versicherer ließen nicht locker


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