Kommentar: Briefbomben: Fast wie im richtigen Leben

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 17/01 vom 25.04.2001

Hauptkommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts), die unbestrittene Königin des Sonntagabends, musste sich gedulden. Wer nicht nur den "Tatort" aus Ludwigshafen, sondern auch einen "der wichtigsten und schauspielerisch besten TV-Filme der letzten Jahre" (tv- media) sehen wollte, musste den werktätigenfreundlichen ARD-Termin um 20.15 Uhr auslassen. Denn zur gleichen Zeit lief auf ORF 2 "Der Briefbomber".

Dass die Herangehensweise an den "Stoff" in jedem Falle eine heikle Sache ist, versteht sich von selbst. Nicht nur in dem Sinne, in dem tv-media den Film zum "Polit-Aufreger" hochstilisiert, dessen Ausstrahlungstermin ursprünglich eine Woche vor der Wien-Wahl angesetzt war und dann verschoben wurde. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob und wie man den tödlichen Terror des Franz Fuchs ins Bild setzen soll. Jeder Zoom, jeder Schnitt ist - pathetisch gesprochen - eine politisch und moralisch brisante Angelegenheit.

Weil der Ausgang der Sache ja bekannt, die Spannungsdramaturgie dadurch


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