Reality Bites

Film. Michael Almereydas Shakespeare-Verfilmung zeigt uns "Hamlet" als selbstentfremdeten Medien-Junkie.

Kultur | Maya McKechneay | aus FALTER 17/01 vom 25.04.2001

Hamlet schlendert durch einen Blockbuster-Video-Store. Unter seiner peruanischen Grunge-Wollmütze hegt er düstere Gedanken. Zögernd spricht er in den Raum: "To be or not to be: that is the question." Eine mögliche Antwort darauf kann man an den meterlangen Regalen des Videoladens ablesen: Action!

Die Gründe, die den New Yorker Independent-Filmer Michael Almereyda ("Nadja", "Trance") dazu bewogen haben, gemeinsam mit seinem Schauspieler-Freund Ethan Hawke, den rund 40 existierenden "Hamlet"-Verfilmungen eine weitere hinzuzufügen, liegen auf der Hand: Shakespeares melancholischer Dänenprinz ist das schiere Gegenteil eines Hollywood-Actionhelden und wie zugeschnitten auf das ehemalige Slacker-Role-Model Hawke ("Reality Bites", "Before Sunrise"), der seine Rollenauffassung im Presseheft betont flapsig artikuliert: "Hamlet ist wie Kurt Cobain: Er hat Probleme mit seinen Eltern, eine Identitätskrise und eine schwierige Freundin. So gehts doch allen Jungs, oder?"

Nun, ganz so unbedarft,


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