Neuer Trend: Lärm durch Stille

Kultur | Gerhard Stöger | aus FALTER 17/01 vom 25.04.2001

Kindlich-absurde Wortspiele wie "Dunkel wars, der Mond schien helle" kommen einem in den Sinn, wenn sich auf ganz, ganz leisen Sohlen eine Platte daherschleicht, die sich allen Ernstes "Quiet is the new loud" (Source/Virgin) nennt. Bei genauerem Hinhören zeigt sich aber, dass die milchgesichtigen Kings of Convenience mit der eigenwilligen Ansage im Titel ihres Debüts gar nicht so falsch liegen. Tatsächlich "laute" Gitarrenmusik verkommt 2001 in Gestalt ziegenbärtiger Nu-Metal-Dienstleistungsunternehmen a la Limp Bizkit, Korn & Co nämlich samt ihrer Anhängerschaft häufig zur ebenso langweiligen wie reaktionären Farce. Ein bisschen bewusst zur Schau gestelltes Waschlappentum und die Neigung zu unzynisch dargebrachter Emotionalität darf vor diesem Hintergrund also durchaus "subversiv" genannt werden.

Neben der Besetzung rufen die beiden jungen Norweger auch mit der fragilen Instrumentierung ihrer ins Folkloristische lappenden, leicht verschnarchten Songs Erinnerungen ans Kuschelrockduo


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