Systematisch Perlentauchen

Musik. Zwischen der norwegischen Einschicht und dem Londoner Trubel macht Anja Garbarek sperrigen Pop für denkende Menschen.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 17/01 vom 25.04.2001

Penible Harmonie herrscht in der kleinen Dachwohnung in Finsbury Park, die Anja Garbarek mit ihrer fünf Monate alten Tochter und ihrem Mann, einem englischen Tontechniker, bewohnt. Das gute Kunstbuch, der Stapel ansehnlicher Magazine, die Plattensammlung - alles säuberlich im rechten Winkel angeordnet. Das Fenster ist einen Spalt geöffnet, und draußen zwitschern die Vögel. Kaum vorstellbar, dass sich diese stille Ordnung mitten in einer der wildesten Gegenden Nordlondons verbirgt - mit Prostituierten, Drogendealern und Communities von Einwanderern aus aller Welt. "Das war für mich sehr wichtig, als wir hierher zogen. Alles hier drinnen sollte genau richtig sein", sagt Garbarek und lässt einen zufriedenen Blick durch ihr perfektes Zuhause schweifen. Kein Zufall also, dass sie auch die klangliche Grundlage ihres vierten Albums "Smiling and Waving" in der Sprache einer Designerin beschreibt: "Das schwingende Holz des Kontrabasses und das blaue Licht des Computers."

Auf die stilsichere


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige