Fragen Sie die Aushilfe: Schwarz

Stadtleben | aus FALTER 17/01 vom 25.04.2001

Liebe Aushilfe Immer wenn ich kreuzworträtsele, scheitere ich an folgender Frage: Starmodel der Fünfzigerjahre, von Fellini für den Film entdeckt, hat ein Kind mit Alain Delon, war Andy Warhols Muse und Mondgöttin, später Sängerin bei Velvet Underground, in ihren Adern floss Eiswasser und Heroin. Geboren in Köln als Christa Päffgen, gestorben auf Ibiza, vier Buchstaben. Können Sie mir helfen? Karlo Tobler Lieber Herr Tobler! Keine Ahnung, probieren Sie es mal mit Agnes Windeck, die hat doch vier Buchstaben, auf denen sie saß. Passt nicht? Lili Marleen, die Mieze aus der Schnulze Lili Marleen? Sie können ja das Marleen weglassen. Lili Marleen sollte übrigens ursprünglich ganz anders heißen, nämlich Hedda Sjörnborst, aber das hat den Komponisten des Liedes, Christoph Willibald Gluck, in Bedrängnis gebracht, denn es ist ihm außer Adlerhorst kein vernünftiges Reimwort auf Sjörnborst eingefallen, und im Greifvogelmilieu wollte er die Weise wirklich nicht ansiedeln. Dazu war er ornithologisch zu unangehaucht. So schenkte er der Welt das vielleicht einzigste oder zumindest schönste Lampenlied, in dem er auch noch geschickt eine Kaserne unterbrachte, als Kontrast. Lili Marleen steht unter einer Laterne und liest, weil die Glühbirnen in ihrer Stube so genannte Schwarzlichtbirnen sind, wie in der Disco, alles Dunkle wird verschluckt, alles Helle grell. Apropos schwarz, nachdem es ja jetzt Waschmittel für schwarze Wäsche gibt und schwarze Slipeinlagen, schreit der Markt doch förmlich nach schwarzem Klopapier, schwarzen Kopfschmerztabletten und schwarzen Slipeinlagen, die man nach Gebrauch in Wasser auflösen kann, worauf eine Magnesiumbrause entsteht, die nach Passionsfrucht schmeckt. Wie war die Frage nochmal?

Schreiben Sie der Aushilfe: rubinomehl@i-one.at


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