Standpunkt: Wählerbetrug

Politik | aus FALTER 18/01 vom 02.05.2001

Sie sind nicht unbedingt FPÖ-Fan, finden aber aus einem unerfindlichen Grund Helene Partik-Pable gut und haben sie deshalb bei den Wiener Gemeinderatswahlenvergangenen März gewählt? Ätsch, angeschmiert! Gekriegt haben Sie für Ihre Stimme nicht die resolute Richterin, sondern bloß Hump-Dump: Hilmar Kabas wurde vergangene Woche wieder zum Klubobmann der FPÖ ins Rathaus gewählt, während sich die eigentliche Spitzenkandidatin Partik-Pable längst zurück ins Parlament vertschüsst hat. Wohnen Sie vielleicht auch noch auf der Wieden und haben dort Ihre Bezirksstimme der amtierenden Bezirksvorsteherin Susanne Emmerling geschenkt? Bruhaha, schon wieder reingefallen! Emmerling ist im Bezirk zwar als "Liste 3: Bezirksvorsteherin Susanne Emmerling - ÖVP" angetreten, weil die ÖVP - wie Parteichef Bernhard Görg zugibt - den "Amtsbonus" abstauben wollte; doch jetzt wurde sie während ihres Urlaubes kurzerhand abgesetzt. Wähler der Liste Emmerling bekommen nun eine LiF-Überläuferin vorgesetzt. Aber was solls: Das Papier von Wahllisten (wo sind übrigens all die tollen jungen Frauen im Gemeinderat, die Sie uns versprochen haben, Herr Görg?) war schon immer geduldig. Wär nicht Wien, wenn nicht auch der Wähler ein bisserl gehäkelt würde. Oder betrogen. G. J.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige