Ein weites Feld

NS-Aufarbeitung. Die Stadt Wien bekommt mit Kurt Scholz einen eigenen Beauftragten, der sich um NS-Entschädigungen kümmern soll. Eine schwierige Aufgabe: Neben der Rückstellung von Eigentum hat die Gemeinde auch moralischen Aufarbeitungsbedarf.

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 18/01 vom 02.05.2001

Seltsam. Im Büro des Bürgermeisters bricht dieser Tage Hektik aus, wenn man "jetzt schon" Auskunft über die Kompetenzen des neuen Beauftragten der Stadt begehrt. "Das ist eine blöde Situation", bekennt ein Mitarbeiter freimütig, "so genau" könne "man das noch nicht benennen".

Es ist unangenehm, wenn man über Nacht einen neuen Beauftragten bestellt und alle am nächsten Morgen fragen, was denn so einer machen soll. Kurt Scholz, der frisch abgesägte Stadtschulratspräsident, muss sich als künftiger Restitutions- und Zwangsarbeiter-Beauftragter der Gemeinde noch härteren Fragen stellen. Vergangene Woche, bei einem Treffen mit der Geschichtsforscherin Erika Weinzierl etwa: Was es denn "überhaupt noch zu erledigen" gäbe, wollte die renommierte Historikerin wissen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich auch schon ein Kommentator der Presse gewundert: "Es gibt fast keine Aufgabe, die Scholz lösen kann", stand im bürgerlichen Blatt: Die Zwangsarbeiterfrage sei von der Bundesregierung "bereits


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