Kommentar: Wiener Festwochen: Wirds jetzt kritisch?

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 18/01 vom 02.05.2001

Seit einiger Zeit wird auf den Spielplan-Pressekonferenzen der Wiener Festwochen ein vom ORF produzierter Film gezeigt, in dem die Highlights des Programms präsentiert werden. Heuer hat sich die Gestalterin eine kleine Pointe nicht verkneifen können: Unmittelbar nachdem eine sonore Off-Stimme den aktuellen Festwochenslogan "Von 11. Mai bis 18. Juni wirds kritisch" gesprochen hat, wird auf den Rathausplatz geschnitten: Bilder von der Eröffnungsfeier, alles Walzer.

Man soll nicht alles glauben, was die Werbung sagt, aber die diesjährige Werbelinie der Festwochen ist ein so offensichtlicher Etikettenschwindel, dass es fast schon peinlich wirkt. Irgendwie dürften die Werbetexter noch ganz unter dem Eindruck von Christoph Schlingensiefs Containeraktion gestanden sein und dabei ganz vergessen haben, dass die bereits letztes Jahr stattgefunden hat. Etwas Vergleichbares haben die Festwochen heuer nicht zu bieten. Muss ja auch nicht sein. Aber dann sollte man halt auch nicht so tun, als ob.

Leider


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