Die Anbetung der Ware

Literatur. Mit "99 Francs", seinem satirischen Roman über die Werbebranche, hat Frederic Beigbeder einen Bestseller gelandet und sich um seinen Job als Werbefachmann gebracht. Mit dem "Falter" sprach er über die religiösen Aspekte des Konsums, das Unglück der Reichen und seine Freundschaft mit Michel Houellebecq.

Kultur | Leopold Federmair | aus FALTER 18/01 vom 02.05.2001

Werbung ist Lüge. Sagt Frederic Beigbeder, und der muss es eigentlich wissen, war er doch ein knappes Jahrzehnt lang bei Young & Rubicam, der größten Werbefirma der Welt, beschäftigt. Aber auch die Wahrheit kann ein guter Verkaufsgag sein. Seinen Roman über die Machenschaften der Werbebranche benannte Beigbeder, Jahrgang 1965, einfach nach dem Verkaufspreis: "99 Francs". In der deutschen Übersetzung, die dieser Tage erscheint, heißt der Roman entsprechend "Neununddreißig neunzig". Sein Skandalroman, mit dem Beigbeder seinen Rauswurf provozierte, hat ihn zwar seinen gewiss lukrativen Job als Werber gekostet, aber eine noch glanzvollere Karriere als Schriftsteller eröffnet: Allein in Frankreich erreichte "99 Francs" die Rekordauflage von 320.000 verkauften Exemplaren.

Falter: Herr Beigbeder, im Manuskript hatten Sie unter anderem die Marke "Danone" erwähnt. Der Verlag hat ihn dann im Buch zu "Madone" geändert.

Frederic Beigbeder: Ja, und das Produkt von Danone hieß nicht "Maigrelette",


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