Die Anbetung der Ware/Der Roman: "39,90": Candide im Supermarkt

Kultur | Leopold Federmair | aus FALTER 18/01 vom 02.05.2001

Frederic Beigbeder ist wirklich ein sympathischer Typ, und außerdem löckt er wider den Stachel der neoliberalen Einheitsideologie, und irgendwie witzig ist er auch, wie soll man da etwas gegen ihn haben? Am Ende wird man es ihm noch als Pluspunkt anrechnen, dass er kein großer Schriftsteller ist. Große Schriftsteller gibt es schon genug. Also durchsurft man sein fetziges Buch und denkt: Na gut, das ist jetzt eine zeitgenössische Satire auf das moderne Leben, mit Abziehbildern und Zeichentrickfiguren und fast plots und short cuts - oberflächlich wie die Wirklichkeit, nur ein bisschen überzeichnet, Sprache der Werbung im Negativ.

Ein bisschen Statistik und Traktat dazu, warum nicht, bei den Großschriftstellern heißt das "Essayismus". Der Autor streitet tapfer gegen übermächtige Gegner, die ungreifbar sind wie Quijotes Windmühlen und trotzdem real: Kultur gegen Kommerz - dieser Mann will Rache üben um jeden Preis, auch wenn er verlieren wird. Die Wut des Autors erinnert an die


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