Streifenweise

Kultur | Maya McKechneay | aus FALTER 18/01 vom 02.05.2001

Felix, der Glückliche, und Bella, die Schöne: Das klingt nach dem perfekten Märchenpaar und doch agieren die beiden getrennt - als Hauptfiguren zweier Komödien, die diese Woche starten.

Der Franzose Felix (Sami Bouajila), Held des heiteren Roadmovies "Drole de Felix" (Regie: Olivier Ducastel und Jacques Martineau), ist arabischer Abstammung, homosexuell und HIV-positiv: keine guten Voraussetzungen für das Glück, das sein Name verheißt. Auf einem "empfindsamen Autostopp", der ihn von der französischen Nordküste bis ans Mittelmeer führt, findet der gut aussehende, aufgeschlossene, aber elternlose Felix in Episoden, die mit "la mere", "le petit frere" oder "le cousin" betitelt sind, eine seelenverwandte Ersatzfamilie. So weit, so wunschgedacht: Leider ist der leichte, heitere Tonfall, in dem diese Geschichte einer Selbstfindung erzählt ist, bisweilen zu kalkuliert, ebenso wie das Malerische der Sonnenuntergänge, Steilküsten und blühenden Rapsfelder, vor denen Felix' Körper inszeniert wird. Ein familientaugliches "Feel-Good-Movie" ohne Ecken und Kanten.

Bella, Zentrum von "Fast Food Fast Women", der ersten Komödie des aus Jerusalem stammenden Filmemachers Amos Kollek, wird von der irritierenden Anna Thomson verkörpert. Alles an ihr wirkt irgendwie unproportional: Die Glieder sind zu dünn und zerbrechlich, die Augen zu groß und die Lippen unnatürlich aufgepolstert - dennoch ist sie eigenartig schön. Der Franzose Francois Ozon besetzte Thomson in "Tropfen auf heiße Steine" als Transvestiten. Die Rolle der leichtlebigen New Yorker Kellnerin dagegen will man ihr nicht so recht glauben. Die hohen Erwartungen, die die früheren, semidokumentarischen Frauenporträts von Kollek/Thomson ("Sue"; "Fiona") erweckten, werden hier mit fast food im Stil des späten Woody Allen abgespeist.


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