Der Menschenfresser

Theater. Der nach Australien ausgewanderte Schauspieler Justus Neumann ist wieder einmal auf Besuch in Wien. Der Einzelgänger hat endlich einen kongenialen Partner und die Rolle seines Lebens gefunden.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 18/01 vom 02.05.2001

Hinter jedem Oaschloch steckt ein Schicksal.

Aus: "Justus Neumann erschlägt sich mit dem Bügeleisen" Eines Tages kam der kleine Justus mit Würgemalen von der Volksschule nach Hause. Zwei Mitschüler hatten ihn in den Schwitzkasten genommen und ihm die Mannerschnitten weggenommen. Als der Vater davon hörte, wurde er sehr böse und versohlte dem Sohn mit einem Kochlöffel den Hintern. Dann sagte er: "Wann dir die zwei noch einmal die Mannerschnitten wegnehmen, daschlog i di." Und siehe da: Sie haben es wirklich nie wieder getan.

Die pädagogisch höchst fragwürdige, psychologisch aber hoch interessante Anekdote, die der Schauspieler Justus Neumann in seinem neuen Solostück erzählt, hat sich wirklich zugetragen. Der Rest des Abends ist erfunden, aber auch nicht schlecht. Neumann spielt einen Sandler, der seine abscheulich realistischen Fantasien, seine befremdlich genauen Beobachtungen und seine erschreckend einleuchtenden Gedanken offenbart. Der Mann auf der rustikalen Bühne des


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