Breth vorm Kopf

Theater. Kleists "Käthchen von Heilbronn" am Burgtheater wirft fast vier Stunden lang eine Frage auf: Was ist mit Andrea Breth los?

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 18/01 vom 02.05.2001

Da war es nur noch eine: Mit drei "Hausregisseuren" hatte Klaus Bachler im Herbst 1999 seine Direktion am Burgtheater begonnen. Einer davon, das schlampige Genie Andreas Kriegenburg, fremdelte so stark, dass er Wien nach knapp zwei Jahren fluchtartig in Richtung Hamburg verlassen hat. Ein anderer, der ehrgeizige Anfänger Sven-Eric Bechtolf, war als Regisseur so überfordert, dass er sich in der kommenden Spielzeit ganz auf seine eigentlichen Qualitäten als Schauspieler konzentrieren darf. Bleibt Andrea Breth. Und die wird bleiben.

Die 49-jährige Regisseurin war eine der ersten Frauen in dem Job, die sich im deutschen Theater nachhaltig etablieren konnten. Nachdem sie sich mit ihren hypergenauen psychologisch-realistischen Aufführungen einen Namen gemacht hatte, übernahm sie 1992 die Leitung der Schaubühne in Berlin. Wie kein anderer schien Breth dafür prädestiniert, in die Fußstapfen von Peter Stein zu treten: Wie dieser ist auch sie als akribische Textexegetin und Detailfetischistin


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