Lieber kein Liebhaber

Theater. Dieser Tage feiert Heinz Frölich seinen 93. Geburtstag. Regisseure von Kriegenburg bis Schleef schätzen die Aufgeschlossenheit des Schauspielers, der seit 28 Jahren am Burgtheater ist und sich für Hauptrollen noch nie interessiert hat.

Kultur | Karin Cerny | aus FALTER 18/01 vom 02.05.2001

Gleich zu Beginn unseres Treffens in seiner Künstlergarderobe im Burgtheater macht Heinz Frölich ein Geständnis: "Wissen Sie, den Falter habe ich noch nie gelesen." Mit der Zeit, fügt er beschwichtigend hinzu, habe es sich ähnlich verhalten: Woche für Woche sei der noch zu lesende Stapel größer geworden, bis Frölich kurzerhand alle Exemplare ungelesen verbrannt habe.

Dass Heinz Frölich niemand ist, der von vornherein etwas ablehnt, nur weil er es nicht kennt, wird schon nach wenigen Minuten klar. Der Schauspieler, der am 11. Mai dreiundneunzig Jahre alt wird und seinem Namen alle Ehre macht, hat sich eine kindliche Neugierde bewahrt. Frölich kann toll staunen. Zum Beispiel darüber, dass "die jungen Regisseure sich für mich interessiert haben".

Jung ist aus seiner Perspektive natürlich auch Einar Schleef. Als dieser für Jelineks "Sportstück" (1998) jemanden suchte, der das kleine historische Festspiel zur Eröffnung des Burgtheaters von 1888 vortragen sollte, lernten sich die


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