Das Neue und das Schöne

Musik. David Byrne und Brian Eno, zwei große Herren aus dem Universum des Erwachsenen-Pop, veröffentlichen neue Alben, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der eine zieht sich auf den Song zurück, der andere spricht von einer "neuen Art von Musik."

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 18/01 vom 02.05.2001

Vor zwei Wochen stellte David Byrne bei einem Live-Showcase in London sein neues Album "Look Into the Eyeball" vor; was leicht zu einem steifen Auftritt vor Presse und Musikindustrie hätte werden können, geriet zu einer unerwarteten Party. Byrne und seine Band waren in bester Spiellaune und hatten sichtlich Spaß daran, alte Talking-Heads-Klassiker wie "Once in a Lifetime", "Nothing but Flowers" und sogar eine überzeugend unironische Version von Whitney Houstons "I Wanna Dance With Somebody" in ihr Set zu mischen.

Die hinter dieser unterhaltsamen Revue stehende Angst, mit zu vielen neuen Songs den guten Willen des Publikums auf die Probe zu stellen, war verständlich. Im Gegensatz zum jüngsten Wurf von Brian Eno (siehe unten) bietet Byrnes neue CD kein künstlerisches oder kulturpolitisches Konzept, hinter dem er sich verstecken könnte. Obwohl das Songmaterial teils in einer verregneten andalusischen Kleinstadt geschrieben wurde und mit "Desconocido Soy" Byrnes ersten ganz in Spanisch


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige