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Kultur | aus FALTER 18/01 vom 02.05.2001

Bislang habe ich dem Satz "Das ist ja kein Zylinder!" keine besondere Bedeutung beigemessen. Ich denke nicht daran, eine Hutmacherlehre zu beginnen, und ein zweijähriges Martyrium in darstellender Geometrie habe ich bereits in den ausgehenden Siebzigerjahren hinter mich gebracht. Wobei sogar ich kapiert habe, was ein Zylinder ist: Zerschneidet man ihn, kriegt man Zylinderschnitte - sehr im Unterschied zum Kegel. Am 19. April knapp nach 17 Uhr bin ich dem Satz "Das ist ja kein Zylinder!" unerwartet doch noch begegnet. Es ist wie mit Zahnschmerz oder Sex - jahrelang kannte man ihn nur vom Hörensagen, aber wenn es dann passiert, weiß man sofort: Ah, das ist er! Es geht dann oft sehr schnell. Ich habe gezerrt und gerüttelt, das von der Nachbarin geborgte Öl ins Loch gefüllt - "Mehr, mehr", hatte sie mich angefeuert -, und als ich dann auch noch ihren Schraubenzieher als Hebel benutzte, brach der Schlüssel endgültig ab. Sofort war mir klar: Das ist der Moment, in dem der Schlüsseldienst


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