Stadtrand: Immer brav lächeln

Stadtleben | aus FALTER 18/01 vom 02.05.2001

Das Freihaus ist eigentlich ein gemütliches Lokal. Gutes Essen, angenehmes Ambiente und keine lautstarke Musik, die eine Verständigung über mehr als eine Armlänge hinweg unmöglich macht. Hier zu kellnern muss allerdings ein Horror sein. Ständig muss man Gäste bedienen. Besonders mühsam wird das für den verständlicherweise schon bei der ersten Bestellung grantigen Kellner, wenn eine größere Anzahl an Personen nicht gleichzeitig ihre Getränke leert und nachbestellt.

Da muss man ja die Übersicht verlieren.

Wenn dann ein Gast seine im Lokal bestellten Zigaretten gleich bezahlen möchte, bekommt er dafür ein "Das geht nicht" entgegengebellt. "Die vergesse ich aber sonst beim Zahlen", würde der Gast gerne auf Nummer sicher gehen. Die entnervte Bedienung beruhigt: "Ich hab alles genau notiert." Das wirkt sich beim Abkassieren dann so aus: "Ich zahl ein Krügerl und ein Seidel", weiß der als Erster Zahlende genau, was er komsumiert hatte. "Und was ist mit den anderen vier Bieren?", weiß es der Kellner besser. Lieber gleich auf Nummer sicher gehen: "Da stehen 27 Biere auf der Liste!" Könnte ja sein, dass nach dem Kassieren bei den restlichen neun Leuten etwas übrig bleibt. Blöd, wenn das dann wirklich passiert. "Und wer hatte den Kakao?" - Von uns sicher niemand. T. P.


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