Schrebergarten-Syndrom

Donaukanal. Die Wiener wissen nicht viel mit dem Wasser anzufangen, das mitten durch ihre Stadt fließt. Darüber können auch Einzelprojekte wie die Summerstage oder Zaha Hadids Wohnanlage am Donaukanalufer nicht hinwegtäuschen. Bürokratie und Schrebergartenmentalität verscheuchen Investoren, Stadtplaner bleiben auf ihren Plänen sitzen.

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 18/01 vom 02.05.2001

Die kleinen Tische auf der Holzterrasse sind gerammelt voll. Sogar die Bar im Glaskobel ist überfüllt. Schicke Kellner zwängen sich zwischen den Sesseln durch. Den Gästen ist die Enge egal: Hauptsache, man sitzt auf einer der Freiluftterrassen der Stadt, der Dependance des Cafe Stein, direkt am Donaukanal. Auf der oberen Ebene der Roßauer Lände haben die anderen Lokale der Summerstage ihre Holzcontainer aufgestellt. Früher war hier nur ein beliebtes Hundeklo - nach sechs Jahren ist das Summerstage-Festival (jedes Jahr von Mai bis September) ein Treffpunkt für die Wichtigen und Halbwichtigen der Stadt geworden. Obwohl das Projekt einen schweren Start hatte: Im ersten Jahr liefen die Alsergrunder Bürger Sturm gegen den Szene-Treff am Wasser. "Manchen waren die Konzerte im Veranstaltungszelt zu laut", erinnert sich Summerstage-Organisator und Stein-Chef Ossi Schellmann. Seitdem wird nur mehr unplugged musiziert.

Das Gastronomie-Kultur-Projekt ist eines der wenigen Vorhaben, die bisher


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