Sideorders: In der Kantine

Stadtleben | aus FALTER 18/01 vom 02.05.2001

Das Essen in einer Betriebsküche hat leider nur äußerst selten etwas mit Spaß zu tun. Vielmehr wird einem - wahrscheinlich kollektivvertraglich geregelt - eine bestimmte Menge Kohlehydrate, Eiweiß und vor allem Salz und Fett vorgesetzt, sodass man bei täglichem Genuss garantiert in Frühpension gehen muss und auch will. Dass das Futter ein ganz wesentlicher Motivationsfaktor ist (und im Gegensatz zu Sex am Arbeitsplatz sogar vorgesehen ist), wird da oft nicht so wirklich bedacht. An folgenden Orten kann man sich auch als Betriebs-Außenstehender davon überzeugen, dass es auch anders gehen kann: Theatercafe, 6., Linke Wienzeile 6, Tel. 588 30-405, www.theatercafe.at, Mo-Sa 10-2, So 15-2 Uhr.

Okay, hier kann man nur mit großer Mühe feststellen, dass es sich tatsächlich um eine Kantine handelt. Aber Ivo Brncic leitet sowohl das Szene-Beisl als auch die Theaterkantine, in Ersterer kocht Alexander Mayer übrigens nicht mehr, der Nachfolger bemüht sich aber um eine vergleichbare Qualität.

Evangelisches Krankenhaus, 18., Hans-Sachs-G. 10-12, Tel. 404 22-0.

Die an die 350 Essen pro Tag werden im Evangelischen Krankenhaus vom ehemaligen Haubenkoch Mathias Skerlan in den Kategorien "Normalkost" "leichte Vollkost" und "vegetarisch" zubereitet. Bioprodukte, Olivenöl, Slow Food und das Arbeiten mit Gewürzen sind dem Mann ebenso wichtig wie Verzicht auf Convenience.

Minoritenstüberl, 1., Minoritenpl. 5, Tel. 533 52 81, Mo-Fr ab 13 Uhr.

In der Kantine des Wissenschaftsministeriums bekommt man ab 13 Uhr auch als Nichtministerialbeamter etwas zu essen. Die Qualität ist passabel bis erfreulich, das Mahl ein günstiges, das gnadenlose 70er-Ambiente allein schon einen Ausflug wert.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige